Begleitung schwerkranker Menschen
Wenn eine Erkrankung nicht mehr heilbar ist, rücken andere Fragen in den Vordergrund: Beschwerden lindern, Sicherheit geben, so viel Alltag wie möglich erhalten. Wir begleiten Sie und Ihre Angehörigen dabei – zu Hause, im Pflegeheim und im Hospiz.
Was wir behandeln
Die Behandlung richtet sich nach dem, was gerade belastet. Am häufigsten sind das:
- Schmerzen
- Luftnot
- Übelkeit und Erbrechen
- Unruhe, Angst und Schlafstörungen
- Anpassung der Medikamente, auch das Absetzen von nicht mehr Sinnvollem
Dazu kommen Gespräche – über das, was noch möglich ist, über Wünsche und Sorgen, und über Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung, wenn Sie das möchten.
Wo wir Sie betreuen
Zu Hause
Regelmäßige Hausbesuche im vertrauten Umfeld, abgestimmt mit dem Pflegedienst und den Angehörigen. Auch bei eingeschränkter Mobilität bleibt die Betreuung stabil.
Im Pflegeheim
Betreuung in Pflegeeinrichtungen im Raum Salzgitter, in enger Absprache mit dem Pflegepersonal vor Ort.
Im Hospiz
Begleitung im Hospiz in Salzgitter-Bad, gemeinsam mit dem dortigen Team.
Wer Sie betreut
Palliativmedizin ist bei uns kein Nebenschauplatz, sondern ein Schwerpunkt der Praxis:
- Dr. med. Simone Modro-Splitt – Fachärztin für Innere Medizin mit den Zusatzbezeichnungen Palliativmedizin, Rettungsmedizin und Akupunktur.
- Dr. med. Roland Michalski – Facharzt für Allgemeinmedizin, Zusatzbezeichnung Notfallmedizin, palliativmedizinische Versorgung; unterrichtet Palliativmedizin am BSG Braunschweiger Studieninstitut für Gesundheitspflege.
Wir arbeiten seit vielen Jahren hier in Salzgitter und haben in dieser Zeit viele Menschen bis zuletzt begleitet – die meisten davon zu Hause. Wir kennen die Wege hier: die Pflegedienste, das Palliativteam und das Hospiz. Und oft kennen wir auch Sie schon länger.
Zusammenarbeit mit SAPV und Hospiz
Wird die Versorgung aufwändiger, als eine Hausarztpraxis allein sie leisten kann, holen wir die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) dazu. Therapieplanung und Fallbesprechungen laufen dann gemeinsam – für Sie ändert sich dadurch nichts an der Zuständigkeit: Wir bleiben Ihre Hausarztpraxis und Ihr Ansprechpartner.
Ebenso arbeiten wir mit den Pflegediensten der Region und dem Hospiz in Salzgitter-Bad zusammen.
Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Früher, als die meisten denken. Palliativmedizin ist keine Versorgung für die letzten Tage, sondern beginnt sinnvollerweise dann, wenn absehbar ist, dass eine Erkrankung nicht mehr heilbar ist – etwa bei fortgeschrittenen Tumorerkrankungen, schweren Herz- oder Lungenerkrankungen oder fortschreitenden neurologischen Erkrankungen.
Eine frühe Einbindung stabilisiert oft den Verlauf und nimmt allen Beteiligten Druck: Man weiß, wen man anrufen kann, und muss nicht erst im Notfall entscheiden.
Hinweis für ärztliche Kolleginnen und Kollegen
Für die palliativmedizinische Mitbetreuung Ihrer Patientinnen und Patienten erreichen Sie uns unter 05341 85380. Eine Mitbetreuung ist nach individueller Abstimmung möglich; die hausärztliche Betreuung verbleibt selbstverständlich bei Ihnen.
Wir verstehen uns als ergänzender Partner, beraten bei komplexen palliativmedizinischen Fragestellungen und binden bei Bedarf unser regionales Netzwerk ein.
Häufige Fragen
Was macht Palliativmedizin zu Hause?
Wir kommen zu Ihnen und behandeln das, was gerade belastet: Schmerzen, Luftnot, Übelkeit, Unruhe. Wir stellen die Medikamente ein, verordnen Hilfsmittel und Pflegeleistungen, sprechen mit Ihnen und Ihren Angehörigen über den weiteren Weg und stimmen uns mit dem Pflegedienst ab. Ziel ist, dass Sie zu Hause bleiben können, solange Sie das möchten.
Wie schnell bekommt man palliativmedizinische Betreuung?
Bei unseren eigenen Patientinnen und Patienten in der Regel sofort – wir kennen Sie ja bereits. Kommt eine Anfrage von außen, rufen Sie uns an; wir vereinbaren zeitnah einen Hausbesuch. Wird die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) gebraucht, stellen wir die Verordnung aus; das SAPV-Team meldet sich dann meist innerhalb weniger Tage.
Wann kommt das Palliativteam nach Hause?
Einen festen Visitenplan gibt es bewusst nicht. Wir kommen nach Absprache – so oft, wie es Ihre Situation gerade braucht, und zusätzlich immer dann, wenn sich etwas ändert. Bei komplexen Verläufen übernimmt das SAPV-Team die Rufbereitschaft rund um die Uhr – die Nummer dafür bekommen Sie dann direkt von uns.
Wer wird palliativmedizinisch betreut?
Menschen mit einer nicht heilbaren, fortschreitenden Erkrankung: fortgeschrittene Tumorerkrankungen, schwere Herz- oder Lungenerkrankungen wie Herzinsuffizienz oder COPD, fortschreitende neurologische Erkrankungen wie ALS oder Demenz im späten Stadium, schweres Nierenversagen. Es geht nicht um eine bestimmte Diagnose, sondern darum, ob Beschwerden und Lebensqualität im Vordergrund stehen.
Was kostet die palliativmedizinische Betreuung?
Nichts. Die Leistungen werden von der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung getragen – die hausärztliche Betreuung ebenso wie die SAPV.
Was ist der Unterschied zwischen Palliativmedizin und Hospiz?
Palliativmedizin ist die Behandlung, ein Hospiz ist ein Ort. Palliativmedizinische Betreuung findet meist zu Hause statt, oft über Monate oder Jahre. Ein Hospiz nimmt Menschen in der letzten Lebensphase auf, wenn die Versorgung zu Hause nicht mehr möglich ist. Wir betreuen auch Menschen im Hospiz in Salzgitter-Bad.
Zum Weiterlesen
- Was beim ersten palliativmedizinischen Hausbesuch passiert – wie lange er dauert, was Sie vorbereiten können und was wir dalassen.
- Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung – warum die Familie nicht automatisch entscheidet und warum Sie keinen Notar brauchen.
Sie sind bei einer anderen Hausarztpraxis? Die palliativmedizinische Mitbetreuung übernehmen wir auch dann. Mehr dazu unter Neue Patientinnen und Patienten.
